Aktuelles aus dem Botanischen Garten

Hier finden Sie Informationen zu aktuellen Veranstaltungen.

Liebe Besucher des Botanischen Gartens,
das Freiland des Botanischen Gartens ist wieder geöffnet.
Die Öffnungszeiten sind täglich von 8:00 bis 17:30 Uhr.

Die 7-Tage-Inzidenz in Erlangen hat sich in niedrigem Bereich stabilisiert. Gartenführungen sind deshalb mit Anmeldung wieder möglich. Der Botanische Garten bietet Bildungsangebote im Schulbesuch an.
Im Botanischen Garten ist das Tragen einer Schutzmaske ist erforderlich, wenn ein Mindestabstand von 1,5m nicht eingehalten werden kann.
Die Gewächshäuser müssen noch geschlossen bleiben.

Der Aromagarten ist zu den gewohnten Öffnungszeiten (8:00 bis 18:00 Uhr) zugänglich.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Neue Wilde: Globalisierung in der Pflanzenwelt

Ausstellung des Verbandes Botanischer Gärten im Freiland des Botanischen Gartens Erlangen
12. Juni - 19. September 2021
Öffnungszeiten: 8:00 - 17:30

das Plakat zu Ausstellung neue WildeÜber die letzten Jahrhunderte hat eine Globalisierung in der Pflanzenwelt begonnen. Mit Hilfe des Menschen und den modernen Transportmitteln überwinden Pflanzen natürliche Barrieren spielend, sie reisen viel schneller und weiter, als es natürliche Ausbreitungsmechanismen zulassen: beispielsweise überqueren Diasporen als zufällige Beigabe in den Gütern des Schiff- und Luftverkehrs Ozeane und gelangen zügig in völlig neue Klimazonen und Lebensräume. Manche der unabsichtlich eingebrachten Pflanzenarten finden zunächst in urbanen Lebensräumen ein neues Habitat. Ein kleiner Teil davon kann sich von dort auch in natürliche oder naturnahe Lebensräume hinein ausbreiten. Erfolgreich sind Neophyten letztlich, wenn sie mit Eigenschaften wie Anspruchslosigkeit, Anpassungsfähigkeit und hoher Vermehrungsrate auf gestörte Lebensräume treffen. Dies wird zunehmend zu einem Problem, da viele Ökosysteme durch steigende Sommertrockenheit und das vermehrte Auftreten von fremden Pathogenen gestört und so in ihrer natürlichen Resilienz geschwächt sind. Insgesamt werden aber nur wenige gebietsfremde Pflanzenarten „invasiv“, d.h., nur wenige etablieren sich und vermehren sich anschließend so rasant, dass heimische Arten langfristig zurückgedrängt werden. Wenn eine Bekämpfung notwendig wird, können durch solche invasiven Pflanzenarten allerdings hohe Kosten entstehen. Ein weit bekanntes Beispiel für einen Neophyten ist das Kleinblütige Springkraut (Impatiens parviflora), das aus Zentralasien kommt. Es ist in unseren Wäldern zwar stellenweise auffällig häufig zu finden, aber es werden keine anderen Pflanzenarten durch diesen Neophyten verdrängt. Es gibt sogar Hinweise darauf, dass durch das Kleinblütige Springkraut viele heimischen Insekten profitieren. Mit der schnellen und weiten Ausbreitung vieler neuer Pflanzenarten durch den Menschen kommt zunehmend Bewegung und neue Dynamik in bestehende Ökosysteme. Besonders im Wechselspiel mit sich ändernden Klimaparametern bleibt abzuwarten, wie stark sich hierdurch unsere Umwelt verändern wird.

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